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Kircheneintritt: Alex Vaida im Gespräch
04.05.2026 – Daniel Hess
Von Kirchenaustritten hört und liest man oft. Dabei wird manchmal vergessen, dass es auch Menschen gibt, die entgegen dem Trend in die Kirche eintreten. Einer davon ist Alex Vaida. Daniel Hess hat sich mit ihm unterhalten.
Was hat dich dazu bewogen, in die Kirche einzutreten?
Alex Vaida: Das war ein längerer Prozess. An christlichen Glaubensfragen war ich schon immer interessiert. Aufgrund meiner Herkunft wurde ich orthodox getauft. Doch ausleben konnte man dies im damals kommunistisch regierten Rumänien nicht. Seit ich 14 Jahre alt bin, lebe ich hauptsächlich in Aarau und Umgebung. Auch wenn ich früher zeitweise orthodoxe Gottesdienste in der Schweiz besuchte, konnte ich mich mit dem streng hierarchischen System nicht identifizieren. Fast zufällig, bei einer Aarauer Tagung der Reformierten Kirche gemeinsam mit Palliative Care, wurde ich von einer Teilnehmerin auf den Theologiekurs der reformierten Landeskirche aufmerksam gemacht. Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich zusammen mit anderen interessierten Menschen seit zwei Jahren mit diesen Fragen beschäftige. Parallel dazu besuchte ich in der Stadtkirche vermehrt Gottesdienste und stiess dabei auf neue Gesichter und alte Bekannte. Bei all dem stellte ich fest, dass mir das Gedankengut der Reformation auch persönlich entsprach. Deshalb sagte ich mir: Weshalb soll ich nicht der Kirche beitreten und sie unterstützen? Vielleicht auch als Gegentrend zu den vielen Austritten.
Hast du deinen Schritt schon mal bereut?
Alex: Bis jetzt keine Minute. Ich sehe immer mehr, was die Kirchgemeinde alles macht und wie gut die Gemeinschaft funktioniert. Hinzu kommt: Was gegenwärtig auf der Welt passiert, macht mich sehr betroffen. Da sehe ich die Kirche auch als Stütze und tragende Säule.
Gibt es etwas, das dir in der reformierten Kirche fehlt?
Alex: (überlegt lange, bevor er antwortet) Im Moment fällt mir dazu nichts ein. Mir sagt auch die demokratische Struktur zu. Und ich sehe, dass ein Reformprozess läuft. Aber manchmal wäre es gut, wenn die Kirche sichtbarer und vielleicht etwas missionarischer wäre, aber sanft und keinesfalls radikal.
Hat deine Mitgliedschaft Auswirkungen auf deinen beruflichen Alltag?
Alex: Insofern, als ich merke, dass die Auseinandersetzung mit Christentum und Reformation bei mir eine innere Stärke und Ruhe bewirkt.
Zur Person: Alex Vaida ist 57 Jahre alt, selbständiger Physiotherapeut und lebt mit seiner Familie in Aarau.
